Die Herbstmesse
18-26.10.2008
Im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit errichteten wir Informationsstand errichtetwo die Besucher die Möglichkeit hattensich über unsere Aktivitäten zu informieren.
Am 25. Oktober 2008 nahm unser Präsident Roland Welter an einer Diskussionsrunde teildie auf der Animationsfläche neben unserem Informationsstand stattfand. Vier Themen wurden diskutiert:
Hier ein Artikel über diese Diskussionsrunde:
VON PIERRE MOUSEL
Die Herbstmesse war für die Verantwortlichen von „Info-Handicap“ der ideale Standortum mit ihrer Sozialtagung erneut eine Bestandsaufnahme zur Lage von behinderten Menschen zu erstellen. Vier Themen wurden innerhalb von vier Stunden am Stand des „Salon des solutions pour tous“ in der LuxExpo kritisch hinterfragt.
Die vier Diskussionsrunden waren äußerst gut besucht und gaben Anlass zu einer intensiven Analyse anhand unterschiedlichster konkreter Beispiele. Zur Diskussion standen die Aspekte der sozialen Integration mit Patrick Hurst als Moderatordie Beschäftigungsprolitik mit Andrée Biltgen und Romain Gaaschdie Gleichstellung im Vergleich zu Menschen ohne Handicap mit Nadine Medinger und Raymond Remakel und die Bewegungsfreiheit mit Paul Hendel.
Gesetzlich ist jede Art von Diskriminierung verboten. Als mittelbare Diskriminierung werden VorschriftenKriterien oder Verfahren bezeichnetbei denen Menschengruppen aus unterschiedlichsten Ursachen im Vergleich zu anderen Menschen benachteiligt werden. Unter unmittelbarer Diskriminierung versteht manwenn unterschiedliche Maßstäbe individualistisch angelegt werden.
Begrüßt wurdedass für Menschen mit Behinderung wohl der politische Willesie zu unterstützenvorhanden seiund auch schon vieles geleistet wurde. Die in die Wege geleiteten Maßnahmen wurden aber nicht bis zur letzten Konsequenz durchgeführt. So fehle es schon mal an gezielter Koordination. Nicht alle Akteure seien optimal ausgebildetum Berührungsängste im Umgang mit Behinderten zu verhindern. Dabei könnte es Kommunikationsprobleme unter anderem bei Behördengängenin der Schule oder beim Besuch von Hotels oder Gaststätten kommen.
Bedauert wurde auchdass weder öffentliche Behörden noch Privatfirmen die gesetzlichen Bestimmungen bezüglich der Beschäftigung von behinderten Menschen ganz respektieren. Die öffentliche Hand sei z.B. verpflichtetab einer bestimmten Mitarbeiterzahlfünf Prozent aller Arbeitsstellen mit Behinderten zu besetzenim Privatsektor liege diese Quote bei zwei Prozent. Bei Verstoß können Strafen in Höhe von 50 Prozent des Mindestlohns verhängt werden. Private Arbeitnehmer können auch mit finanziellen Zuschüssen seitens des Staates zwischen 40 und hundert Prozent rechnen. Auch gebe es in Luxemburg keinen besonderen Kündigungsschutz für Behinderte.
In puncto soziale Integration wurde auf eine ungenügende Strukturierung der verantwortlichen Behörden und nicht ausreichende Finanzmittel hingewiesen.
Zur Verdeutlichung mancher Ungereimtheiten wurde während der Vorträge nicht mit der Auflistung negativer Beispiele gespart. Am hauptstädtischen Bahnhof gebe es kein Leitsystem für Sehbehindertedie zur Mobilitätszentrale möchten. Bürgersteige seien auf einer Straßenseite abgesenktauf der gegenüberliegenden hingegen nicht. Hier müsse der Rollstuhlfahrer dann selbst nach Alternativen suchen.
Im Schulbereich würden Eltern befürchtendass in Klassendie auch von Kindern mit Behinderung besucht werdennicht das ganze Lernprogramm absolviert wird. Dies könne zu Kommunikationsängsten und Ausgrenzung führenmit schwerwiegenden Folgen auf die künftige Lernentwicklung des behinderten Kindes. Wichtig sei deshalb eine kinderorientierteindividualisierte Betreuung.
Informationsstand auf der Herbstmesse
Vom 18. bis zum 26. Oktober fand der "Salon des Solutions pour Tous" stattder von Info-Handicap im Rahmen der Herbstmesse auf dem Kirchberg organisiert wurde.Im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit errichteten wir Informationsstand errichtetwo die Besucher die Möglichkeit hattensich über unsere Aktivitäten zu informieren.
Am 25. Oktober 2008 nahm unser Präsident Roland Welter an einer Diskussionsrunde teildie auf der Animationsfläche neben unserem Informationsstand stattfand. Vier Themen wurden diskutiert:
- Diskriminierung
- Integration in die Schule
- Arbeitsplatz
- Barrierefreiheit
Hier ein Artikel über diese Diskussionsrunde:
Sozialtagung von „Info-Handicap“ am Samstag auf Kirchberg
„Manches bleibt noch zu tun“
Bestandsaufnahme zur Lage der Behinderten während der Herbstmesse in der LuxExpoVON PIERRE MOUSEL
In vier Diskussionsrunden tauschten die Teilnehmer ihre Erfahrungen und Anregungen aus.
(FOTO: MARC WILWERT)
(FOTO: MARC WILWERT)
Die Herbstmesse war für die Verantwortlichen von „Info-Handicap“ der ideale Standortum mit ihrer Sozialtagung erneut eine Bestandsaufnahme zur Lage von behinderten Menschen zu erstellen. Vier Themen wurden innerhalb von vier Stunden am Stand des „Salon des solutions pour tous“ in der LuxExpo kritisch hinterfragt.
Die vier Diskussionsrunden waren äußerst gut besucht und gaben Anlass zu einer intensiven Analyse anhand unterschiedlichster konkreter Beispiele. Zur Diskussion standen die Aspekte der sozialen Integration mit Patrick Hurst als Moderatordie Beschäftigungsprolitik mit Andrée Biltgen und Romain Gaaschdie Gleichstellung im Vergleich zu Menschen ohne Handicap mit Nadine Medinger und Raymond Remakel und die Bewegungsfreiheit mit Paul Hendel.
Gesetzlich ist jede Art von Diskriminierung verboten. Als mittelbare Diskriminierung werden VorschriftenKriterien oder Verfahren bezeichnetbei denen Menschengruppen aus unterschiedlichsten Ursachen im Vergleich zu anderen Menschen benachteiligt werden. Unter unmittelbarer Diskriminierung versteht manwenn unterschiedliche Maßstäbe individualistisch angelegt werden.
Begrüßt wurdedass für Menschen mit Behinderung wohl der politische Willesie zu unterstützenvorhanden seiund auch schon vieles geleistet wurde. Die in die Wege geleiteten Maßnahmen wurden aber nicht bis zur letzten Konsequenz durchgeführt. So fehle es schon mal an gezielter Koordination. Nicht alle Akteure seien optimal ausgebildetum Berührungsängste im Umgang mit Behinderten zu verhindern. Dabei könnte es Kommunikationsprobleme unter anderem bei Behördengängenin der Schule oder beim Besuch von Hotels oder Gaststätten kommen.
Bedauert wurde auchdass weder öffentliche Behörden noch Privatfirmen die gesetzlichen Bestimmungen bezüglich der Beschäftigung von behinderten Menschen ganz respektieren. Die öffentliche Hand sei z.B. verpflichtetab einer bestimmten Mitarbeiterzahlfünf Prozent aller Arbeitsstellen mit Behinderten zu besetzenim Privatsektor liege diese Quote bei zwei Prozent. Bei Verstoß können Strafen in Höhe von 50 Prozent des Mindestlohns verhängt werden. Private Arbeitnehmer können auch mit finanziellen Zuschüssen seitens des Staates zwischen 40 und hundert Prozent rechnen. Auch gebe es in Luxemburg keinen besonderen Kündigungsschutz für Behinderte.
In puncto soziale Integration wurde auf eine ungenügende Strukturierung der verantwortlichen Behörden und nicht ausreichende Finanzmittel hingewiesen.
Zur Verdeutlichung mancher Ungereimtheiten wurde während der Vorträge nicht mit der Auflistung negativer Beispiele gespart. Am hauptstädtischen Bahnhof gebe es kein Leitsystem für Sehbehindertedie zur Mobilitätszentrale möchten. Bürgersteige seien auf einer Straßenseite abgesenktauf der gegenüberliegenden hingegen nicht. Hier müsse der Rollstuhlfahrer dann selbst nach Alternativen suchen.
Im Schulbereich würden Eltern befürchtendass in Klassendie auch von Kindern mit Behinderung besucht werdennicht das ganze Lernprogramm absolviert wird. Dies könne zu Kommunikationsängsten und Ausgrenzung führenmit schwerwiegenden Folgen auf die künftige Lernentwicklung des behinderten Kindes. Wichtig sei deshalb eine kinderorientierteindividualisierte Betreuung.